Sie befinden sich hier

Inhalt

So kann Chor.

2016 machten wir die Chormusik und das Singen selbst zum Thema unseres Probenjahres. Dabei ging es uns von Anfang an besonders darum, mit altbekannten Klischees zu brechen und zu zeigen: Chor ist vielfältig!

Der Heart Chor besteht aus 70 aktiven Sängerinnen und Sängern, die jeweils ihre eigenen Erfahrungen, Kompetenzen und musikalische Vorlieben mitbringen. Wir sind daher nicht auf ein bestimmtes Genre oder Thema festgelegt, sondern haben viel Freude daran, immer wieder neue Wege zu gehen und musikalisch alles auszukosten: leise Töne und Stimmgewalt, Rhythmus und Klänge, Stücke mit Bandbegleitung und A-Cappella.

Dieser Facettenreichtum zeigt sich auch in unserer kreativen Arbeit. So waren zu Beginn des Projektes alle Sängerinnen und Sänger gefragt, sich mit Ideen, Gestaltungsvorschlägen oder einfach Lieder einzubringen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Im nächsten Schritt machten sich Chorleiter Markus Dankesreiter und Projektleiterin Karin Hirmer daran, aus der Fülle an Ideen ein stimmiges Konzertprogramm zusammenzustellen. Chorfotografin Eva Sonnleitner näherte sich dem Thema von einer anderen Seite. Wir nutzten einen Teil des Probenwochenendes im Frühjahr dazu, verschiedene Emotionen, die das gemeinsame Singen in uns auslöst, fotografisch festzuhalten. Außerdem stellten wir einige Liedtitel in Bildern dar. Eine andere Gruppe von Chormitgliedern hatte die Idee, eine Umfrage in der Regensburger Altstadt durchzuführen. Weitere Sängerinnen und Sänger suchten nach Texten und Gedichten über das Singen. In zwei Workshops, CVT mit Alexandra Ziegler und Singen mit Stütze mit Stefanie Polster, beschäftigten wir uns mit der Frage, wie wir unsere Stimmen in den unterschiedlichen Genres stilsicher und körperbewusst einsetzen können. All dies und die intensiven Proben jeden Sonntag trugen dazu bei, dass aus der Anfangsidee zu "So kann Chor" zwei sehr persönliche und bewegende Konzerte wurden.

Voller Vorfreude und gespannt auf den gemeinsamen Abend erwarteten sowohl Chor und Band als auch das Publikum im vollbesetzten Kolpinghaus und im ausverkauften Aurelium den Beginn des Konzertes. Wer einmal eine sternenklare Nacht unter freiem Himmel erlebt hat, kennt das überwältigende und majestätische Gefühl, die dieses Naturphänomen auslöst. Genau diese Stimmung transportierte sich in unserem ersten Stück „Stars“. Das Besondere an der Komposition ist, dass die Sängerinnen und Sänger ihren Gesang mit einem Arrangement aus klingenden Weingläsern begleiten. Experimente konnte das Publikum an diesem Abend noch einige erleben. In „Immortal Bach“ erlebten die Konzertbesucher, wie es klingt, wenn 70 Menschen einen Bachchoral gleichzeitig jeder in seinem eigenen individuellen Tempo singen. Unser erstes Stück auf Hindi war ebenfalls ein besonderes Highlight des Abends. „In Lamhon ke damaan mein“ stammt aus dem Bollywoodfilm Jodhaa Akbar. Die Prinzessin wurde gesungen von Sandra Lück und Karin Hirmer und der Prinz von Rainer Mindl.

Beim gemeinsamen Singen können faszinierende und wundervolle Klänge entstehen, die in dieser Form weder von einzelnen Stimmen noch instrumental erzeugt werden können. „Indodana“ lud das Publikum ein, diese Schönheit der Chormusik mit uns zu teilen.  In „Conversion of Saul“ konnte der Chor viele Register ziehen: vom lauten, groben und rhythmischen Gesang in rasend schnellem Tempo wechselt das Stück in eine sanfte und harmonische Stimmung und klingt dann pianissimo aus.

Dass sich individueller Stimmklang und Chorgesang dennoch nicht ausschließen, sondern sich sinnvoll ergänzen und gegenseitig bereichern, stellte der Chor mit Hilfe zahlreicher Solisten unter Beweis. In „Virtual Insanity“ begeisterte Eva Schönauer mit ihrer Jazzstimme begleitet durch Gesamtchor, kleine Ensembles und Band das Publikum. Bernadette Biller und Uli Albert erzählten in „When you believe“, dass der Glaube Berge versetzen kann und Claudio Lottaz faszinierte mit seinem tiefen Bass in „Far over the misty mountains cold“. In unserer Version von „Chasing Cars“ unterstützte ein Quartett bestehend aus Karin Hirmer, Kathrin Graf, Uli Strobel und Jens Falck die Aussage des Liedes. Auf neues Terrain wagte sich auch Sopranistin Magdalena Kellner. Sie rappte gemeinsam mit unseren Zuhörern über das liebe Geld.

Das mehrstimmige Singen in einer kleinen Besetzung ist eine weitere Möglichkeit des Chorsingens. So steuerte das Ensemble des Heart Chor eine ungewöhnliche, sehr coole Version von „Es saß ein klein wild Vögelein“ und das jazzige „Maps“ bei.

Ergänzt wurde das Programm durch kurze Texte über das Singen, die von Jens Falck eingesprochen wurden. Die instrumentale Begleitung übernahm nun bereits zum dritten Mal Mauro Ciccarelli und Band, die uns mit ihrer Lust am gemeinsamen Musizieren und Professionalität eine wunderbare Unterstützung bei der Umsetzung unseres Projektes waren.

Für „So kann Chor“ wurden wieder einige Stücke eigens für den Heart Chor arrangiert. Besonderer Dank geht an Stefanie Polster, die uns eine sehr schöne Chorversion zu „Auf anderen Wegen“ schrieb. Das tolle Mashup „Uptown Funk/ Lips are moving“ und das Arrangement zu „Maps“ stammen aus der Feder von Patrick Ehrich. Markus Dankesreiter steuerte „Es saß ein klein wild Vögelein“, „Chasing Cars“ und  „In Lamhon ke damaan mein“ bei.

 

Bedanken möchten wir uns auch bei allen Konzertbesuchern. Es ist uns immer wieder eine besondere Freude vor einem Publikum zu singen, dass sich so wie ihr mit uns freut, weint, lacht, singt und kleine Unsicherheiten verzeiht. Eure Energie und positives Feedback machen die Konzerte immer zu einem Erlebnis, auf das wir uns das ganze Jahr freuen.

Programm So kann Chor

Lied Text Musik, Text und Arrangement / Autor*in
  Melodie Achim von Arnim
Stars   Erik Esenvalds, Sara Teasdale
Far over the Misty Mountain Cold   D.G.Donaldson, D.O.Long, S.G.Roche, J.Roddick, H.Shore
Game of Thrones   Ramin Djawadi, Arr: Maximilian Lörzer
  Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen Rainer Maria Rilke
The Conversion of Saul   Z. Randall Stroope
Es saß ein klein wild Vögelein   Musik und Text: Traditional, Arr:Markus Dankesreiter
  Friede Pablo Neruda
Schrei nach Liebe   B.B.Felsenheimer, Farin Urlaub
Das zweite Gesicht   Peter Fox, David Conen, V.G.Schlippenbach. Arr: Oliver Gieß
Auf anderen Wegen   A. Bourani, J.Hartog. Arr: Stefanie Polster
Chasing Cars   G.Lightbody, N. Conolly, T. Simpson, P. Wilson, J. Quinn. Arr. Markus Dankesreiter
Jungle Drum   Dan Carey, Emiliana Torrini
When You Believe (aus: Prince of Egypt)   Stephen Schwartz, John Moss. Arr. Audrey Snyder
Indodana   Micheal Barret, Ralf Schmitt, Ad. Andre van Merwe
Immortal Bach   J.S. Bach, Arr: Kurt Nystedt
  Musik Karl Krolow
Maps   Levide, Tedder, Levin, Malik&Zancanella. Arr: Patrick Ehrich
Virtual Insanity   W. Buchmann, S.Katz, J.Kay, D.McKenzie, T.Smith, S.Zender. Arr: Kerry March
Geld-Rap   Viola Engelbrecht
Price Tag   I. Gottwald, C.Kelly, B.R.Simmons, J.Cornish. Arr: Markus Dankesreiter
  An die Musik Franz von Schober
In lamhon ke daaman   A.R.Rahman, J.Akhtar. Arr. Markus Dankesreiter
Uptown Funk / Lips are moving   Bhasker, Gallespy, Lawrence, Mars, Ronson, Williams, Kadish, Trainor. Arr: Patrick Ehrich
Halleluyah   G.F.Händel, Arr: M.Warren, M.O.Jackson, M.Kibble, J.Higgins