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Hören, Singen und Homogenität mit Anna Draugelates

Das Singen in einem großen Ensemble bringt für die einzelnen Sänger*innen viele Herausforderungen mit sich. Da im Heart Chor alle Sänger*innen unterschiedliche Fähigkeiten und musikalische Vorerfahrungen mitbringen, ist die Homogenität innerhalb der Stimmgruppen und im Gesamtchor immer wieder ein wichtiges Thema.

An unserem Chorwochenende im Mai nahmen wir uns in einem praxisorientierten Workshop die Zeit, uns mit der Frage zu beschäftigen, wie wir als Gruppe gut zusammen singen und unsere Lieder noch klarer und präsenter gestalten können. Als Referentin hatten wir Sängerin, Komponistin und Improvisationskünstlerin Anka Draugelates eingeladen, die uns mit viel Freude, Energie, Circle Songs, Stimmexperimenten und für den Chor ungewohnten Übungen den Nachmittag über begleitete.

Es war für die meisten Sänger*innen eine neue Erfahrung, einmal nicht nach Noten zu singen und ihre Stimmen vorrangig über das Hören und Nachahmen zu lernen. Während der von Anka angeleiteten Circle Songs probierten wir z. B. unterschiedliche und ungewöhnliche Choraufstellungen aus, um neue Eindrücke von unserem Zusammenklang zu gewinnen.  Auf diese Art und Weise konnten sich die einzelnen Stimmen auch bzgl. Dynamik und Stimmqualität noch besser aufeinander einstellen. Anka ermutigte die Teilnehmer*innen, gut hinzuhören und allen Stimmen gleich viel Bedeutung zuzumessen. 

Darüber hinaus gab es im Rahmen des Workshops viel Raum für Gesangsimprovisation, so dass sich jeder Einzelne auch individuell in den Chorklang einbringen und neue Erfahrungen mit der eigenen Stimme sammeln konnte.  Wir machten Übungen zur Körperwahrnehmung und setzten das Gesungene in Bewegung um. Besonders schön war hierbei die Begleitung mit Klavier und Shrutibox. Nicht zuletzt beschäftigten wir uns auch mit den Emotionen, die das gemeinsame Singen in uns auslöst. Anka ließ dabei immer wieder Zeit zum Nachfragen und gemeinsamen Reflektieren.

Der Workshop wurde so zu einer gelungenen Abwechslung voller neuer Singerlebnisse. Die knapp 60 Teilnehmer*innen bewiesen viel Mut und Experimentierfreude, sich in der großen Gruppe auf diese Art der Chorarbeit einzulassen. In den folgenden Proben an diesem Wochenende hatten wir viel Spaß daran, die gemachten Erfahrungen in unser eigenes Repertoire zu übertragen und freuten uns über die klanglichen Veränderungen.

 

Fotocredits: Photo Buettner