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01.11.2016 08:00

7 x nachgefragt

Interview mit Pia B. aus dem Sopran

Und wieder wird es Zeit für ein neues Interview. Dieses Mal möchten wir Pia B. aus dem Sopran befragen und etwas mehr über ihre Person und den Heart Chor erfahren.

1) Pia, Du bist ja nun schon seit ein paar Jahren beim Heart Chor. Was hat Dich zu uns verschlagen und wie fühlst Du Dich bei uns?

Als sich vor drei Jahren herausstellte, dass wir nach Regensburg umziehen würden, war klar: Ich würde mich von meinem sehr geliebten Chor „Die Untertanen“ aus Münster verabschieden müssen und mir schleunigst einen neuen Chor in Regensburg suchen. Nach einer halben Nacht im Internet war ich davon überzeugt, dass dafür nur der Heart Chor in Frage kam. Obwohl nur tiefe Bässe und hohe Tenöre gesucht wurden, schrieb ich Markus, er möge mich auf die Warteliste setzen. Gerade in Regensburg angekommen durfte ich zum „Schnuppern“ in eine Probe kommen und war prompt Heart Chor-infiziert. Dank meines Cellos kam ich auf die Warteliste der Cello spielenden Soprane und konnte die Wartezeit deutlich reduzieren – einen besseren Einstieg in das Leben in der neue Heimat kann ich mir gar nicht vorstellen! Der Bekanntenkreis wuchs schlagartig um 60 Menschen an, die mit mir mindestens die Leidenschaft des Singens teilen. Wenn ich in Proben die Blicke durch die Reihen schweifen lasse, finde ich es immer wieder faszinierend, welch vielfältige Persönlichkeiten sich im Heart Chor tummeln. Ich genieße es sehr, dazuzugehören!

2) Welche Entwicklung hast Du beim Heart Chor in all diesen Jahren beobachten können?


Ich habe den Eindruck, dass wir immer öfter auch sehr zarte und leise Klänge produzieren. Bei einem Chor dieser Größe ist das ja wirklich nicht selbstverständlich und hat um so mehr Gänsehautpotential! Das „hörende Singen“ gelingt uns zunehmend besser. Probenphasen, in denen wir buntgemischt stehen, haben das sicher unterstützt. Es ist ein ganz anderes Klangerlebnis, Alt, Bass und Tenor direkt um sich zu haben, als von der eigenen Stimmgruppe umgeben zu sein. Wir singen dann viel wacher.
Eine nicht abbrechende und immer wieder verblüffende Entwicklung ist der stetige Zuwachs an Männerstimmen, der im Gegensatz zu anderen Chören glücklicherweise kein Ende zu nehmen scheint.

3) Du spielst selbst ein Instrument und erfreulicherweise begleitest Du auch unsere Konzerte regelmäßig damit. Welchen Unterschied kannst Du für Dich persönlich ausmachen, wenn es darum geht, Musik mal mit Instrumenten, mal mit der Stimme zu machen?

Ich freue mich sehr, dass mein Cello dank des Heart Chores nicht nur in der Ecke steht! Im Moment reicht die Zeit leider nicht für Chor und Orchester. Die Priorität liegt für mich eindeutig beim Singen. Ich erlebe das als die unmittelbarere Form, Musik zu machen. Außerdem habe ich die Gemeinschaft in einem Chor bisher auch immer als intensiver empfunden als in einem Orchester. Vielleicht weil man als Chorsänger nicht ans Pult gebunden ist und mehr Kontakt möglich ist. Umso schöner, dass ich im Heart Chor das Singen und das Cellospielen verbinden kann. Wenn ich Cello spiele, komme ich in den für Sänger eher seltenen Genuss, den Chorgesamtklang hören zu können. Außerdem genieße ich es auch, ab und zu eine ganz eigene „Stimme“ zu haben.

4) Wir treten nicht nur mit vorgefertigtem Notenmaterial auf, sondern auch mit eigenen Arrangements – wie gefällt Dir diese Mischung und diese Besonderheit des Heart Chors?

Ich glaube, das gibt dem Heart Chor sein besonderes Profil. Es ist schon genial, unabhängig von der etablierten Chormusik zu sein und nach Bedarf aktuelle Musik im Chorarrangement zum Klingen zu bringen oder auch Stücke zu verfremden. Die Maßanfertigung ermöglicht es auch, unsere Stärken zur Geltung zu bringen. Gerade für die Soprane ist es reizvoll, dass wir nicht nur die Melodiestimmen haben, sondern auch mal für die Zwischentöne zuständig sein dürfen.

5) Singen macht glücklich. Bist Du schon mal schlecht gelaunt in die Chorprobe und dann wieder enthusiastisch von dannen gezogen?


Ja!!! Grundsätzlich geht es mir nach einer Chorprobe immer besser oder noch besser als vorher! Dass liegt zum einen sicher am Singen an sich. In einem Chorklang gemeinsam mit besonderen Menschen zu baden, steigert das Ganze noch. Die Krönung  ist dann, Markus als Chorleiter zu haben, der mit seiner mitreißenden Musikalität und mit unglaublicher Geduld und Zuversicht mit uns arbeitet.

6) Als Grundschullehrerin hast Du auch mit Menschen und Musik in der Schule zu tun. Was würdest Du jungen Leuten sagen, die sich an den Musikunterricht in der Schule gerne zurückerinnern, heute jedoch nicht mehr selbst oder in Gemeinschaft singen?

Ich glaube, wer einmal mit Freude gesungen hat, hört nicht wieder auf, auch wenn es vielleicht auf die Dusche und das Mitsingen beim Radiohören reduziert ist. Ich würde jeder und jedem wünschen, dass es gelingt, sich von Perfektionsansprüchen frei zu machen und sich auf das Experiment Chor einzulassen. Es lohnt sich!

7) Warum lohnt es sich Deiner Meinung nach, bei unseren Konzerten dabei zu sein?

Also, ich habe ja selber noch nie ein Heart Chor-Konzert aus der Konzertbesucher-Perspektive erlebt, aber der Blick in die Gesichter des Publikums haben mich überzeugt, dass es sich wohl lohnen muss, zu kommen!

Vielen Dank Pia für das Interview und großen Spaß weiterhin beim Singen mit dem Heart Chor!