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24.10.2019 18:07

Making of… abgeSTIMMT: DIE GEWINNER*INNEN

Einer der größten Songs. Von einer der größten Band. Komponiert von einem der größten Künstler. Der Tenor 2 macht alles richtig und stimmte ab für „Don’t stop me now“ von Queen, komponiert von Freddy Mercury.

Groß ist auch der Text, man war von Freddy nichts anderes gewohnt: Es geht um kosmische Bildsprache, um überdimensionierte Stärke, um Manneskraft und Frauenpower. Und auch musikalisch explodiert das Lied nicht nur im Original – auch das Chorarrangement von Oliver Gies ist ein Feuerwerk an Kraft und Emotionen. Da bleibt kein Fuß ruhig, kein Mundwinkel schlaff, kein Auge müde. Das Lied reißt einen von den Socken und den Sitznachbarn gleich mit. Uli hat sich den Kracher ausgesucht und wir fragen nach:

 

Lieber Uli, wie bist du auf die Chorversion von „Don’t stop me“ gestoßen?

Unsere Vorstandsvorsitzende Karin hatte ihren gesamten Liedfundus aus den von ihr mitorganisierten jährlichen Regenburger A Cappella Camps zur Chorprobe mitgebracht, nachdem als Konzept für unsere nächsten Konzerte feststand, dass wir unter eigenen Vorschlägen abstimmen sollten. Sie hatte lediglich Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ konfisziert (lacht). Ansonsten standen alle Lieder frei zur Auswahl – und da war auch das Lied von Queen dabei, das mir beim Anhören sofort gefiel!

 

Was spricht dich bei diesem Lied speziell an?

Anfangs war das die Melodie! Das ist bei mir immer so, dass ich erstmal die Musik wahrnehme und erst später den Text. Und mir erschließen sich englische Texte auch nur eher langsam. Mittlerweile spricht mich aber auch die Geschichte an, die erzählt wird. Vor allem die Liedstelle „explode“ finde ich sehr stark. Da hat man richtig das Gefühl, aus sich herauszukommen und das auch zu dürfen!

Ich muss auch sagen, dass das Arrangement von Oliver Gies wirklich gut gemacht ist. Der Leadgesang ist ausgewogen auf die einzelnen Stimmgruppen verteilt und durch die starke Rhythmik und die eingebaute Schnelligkeit reißt einen das Lied einfach mit!

 

Und wie lief das Abstimmungsverfahren?

Ganz digital über Google Forms. Das hat unser Stimmsprecher Rainer übernommen. Sein Vorschlag wurde übrigens nur knapp nach meinem Vorschlag Zweiter. Er hatte sich Michael Bublés „Feeling Good“ ausgesucht, bei dem er das Solo gesungen hätte und der Heart Chor als Backgroundchor aufgetreten wäre. Eine solche Variante hatten wir bisher noch nicht, also ganz was Neues. Aber Rainer hat mir einfach zu viele Punkte gegeben (lacht).

 

Was nimmst du dir für unsere „abgeSTIMMT“-Konzerte vor?

Dass ich alle Lieder auswendig singe! Ich fühle mich damit einfach besser, weil ich so mehr auf den Chor und auch auf Chorleiter Markus achten kann. Sobald man die Noten weglegt, spürt man die Musik viel stärker und erlebt die Gemeinschaft viel intensiver. Das macht für mich auch die Faszination Chor aus.

 

Wie kamst du eigentlich zum Heart Chor?

José hatte mich dazu gedrängt (lacht). Ich kenne ihn schon ewig – seine älteren Brüder hatten mit mir in Regensburg ministriert. Ich hatte damals eine Gesangspause eingelegt und schon länger nicht mehr gesungen. José aber war bereits im Heart Chor und hatte mich irgendwann überredet. Seit 2011 bin ich nun Mitglied und nach Sams Ausscheiden nun provisorischer Notenwart. Ansonsten singe ich für mein Leben gern und fühle mich geehrt, wenn ich von Chorleiter Markus für ein Ensemble oder ein Männersolo ausgewählt werde.

 

Woher hast du dein musikalisches Talent?

Musik begleitet mich, seitdem ich denken kann. Angefangen habe ich mit der Kirchenmusik: Ich bin im Herzen der Regensburger Altstadt aufgewachsen, direkt neben dem Dom. Wir wohnten in der Dompfarrei St. Ulrich, denn mein Vater war damals Mesner in der Dompfarrkirche Niedermünster. Und zusammen mit Vater und dem älteren Bruder gestalteten wir als Trio manchen Gottesdienst musikalisch. Mein Bruder wurde später Musiklehrer und leitete den Chor der Pfarrjugend, bei dem ich dann selbstverständlich auch mitsang.

Als Erwachsener verlor ich dann den Kontakt zur Musik, ich hatte zwischenzeitlich andere Interessen. Erst im Heart Chor begann ich mich wieder fürs Singen zu begeistern – wohl auch deswegen, weil der Chor für mich zu einer großen Familie wurde, die ich nicht mehr missen möchte.